Westernreiten / Disziplinen


Ursprünglich stammt das Westernreiten aus Amerika, die ersten Pferde kamen mit den spanischen Eroberern. Nach dem Krieg entwickelte sich daraus die dortige Arbeitsreitweise.
Der Cowboy brauchte ein trittsicheres und nervenstarkes Pferd, um weite Wege zurückzulegen und das Vieh zu hüten. Minimale Hilfengebung war hier sehr wichtig, da der Cowboy sich hauptsächlich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren können musste.
Typisch für den fortgeschrittenen Westernreiter ist die einhändige Zügelführung am angemessenen losen Zügel, ein losgelassener Gleichgewichtssitz und eine impulsartige Hilfengebung.
Nahezu alle Übungen und Elemente dieser Gebrauchsreiterei nutzt das Pferd in seinem natürlichen Bewegungsablauf und sie finden sich auch in den Turnierdisziplinen wieder.

Aus den Zuchtzielen dieser Reitweise entstanden drei Westernpferderassen. Das Quarter Horse, das Paint Horse und der Appaloosa. Heute findet man unter den Freizeitreitern auch viele andere Pferderassen, die auf Grund ihres Exterieurs oder Interieurs zum Westernreiten genutzt werden, wie beispielsweise den Haflinger.
Oft hört man den Begriff „Horsemanship“. Dieser beinhaltet ein besonders pferdegerechtes Verhalten des Reiters. Hierzu gehören artgerechte Haltung, Pflege, Fütterung und Ausbildung des Pferdes.

Reining

Die Reining ist eine der anspruchvollsten Prüfungen im Westernsport. Sie wird durchgehend im Galopp geritten und es werden in einer schnellen Abfolge bestimmte Manöver vorgestellt, wie z. B. der Sliding Stop (gleitende Vollbremsung auf der Hinterhand), Spins (schnelle 360° - Drehungen), Roll Back (180° - Wendung auf der Hinterhand), Figure Eight (Fliegende Galoppwechsel in Form einer Acht), Speed Control (große schnelle und kleine langsame Zirkel) und das Back up (Rückwärtsrichten). Das Pferd sollte die Aufgaben willig und rasant ausführen ohne die Nerven zu verlieren.

Trail

In diesem Parcours soll das Pferd möglichst selbstständig mindestens sechs nachgestellte Geländehindernisse bewältigen. Zu den drei Pflichthindernissen gehören das Öffnen, Durchreiten und wieder Schließen eines Tores, das Überqueren von Schritt-, Trab- oder Galoppstangen, und das Rückwärtsrichten durch ein Hindernis.

Western Pleasure

Das Pferd wird in allen drei Grundgangarten auf beiden Händen vorgestellt.
Dies sollte möglichst am losen Zügel geschehen. Man sollte sehen können, dass es Vergnügen bereitet, dieses Pferd zu reiten. Bewertet werden hier die Gangarten und die Bereitschaft zur Mitarbeit des Pferdes bei fast unsichtbarer Hilfengebung.

Western Horsemanship

Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen. Die kurze Einzelaufgabe geht zu 80 Prozent in die Wertung ein. Hier kommt es auf eine punktgenaue Ausführung an. Bewertet werden hier der Sitz und die Hilfengebung des Reiters. Der zweite Teil, der zu 20 Prozent in die Wertung mit einfließt, ähnelt einer Pleasureprüfung. Nur dass hier nicht das Pferd, sondern ausschließlich der Reiter bewertet wird.

Superhorse

Diese Prüfung enthält Elemente aus den Disziplinen Pleasure, Reining, Western Riding und Trail. Hierfür braucht man ein sehr vielseitiges Pferd. Diese Disziplin wird erst in den höheren Leistungsklassen ausgeschrieben.

Western Riding

Hier sind - auf den Punkt genau - zahlreiche fliegende Galoppwechsel zu absolvieren. Bewertet wird die Qualität der Gangart und Galoppwechsel nach Feinheit, Durchlässigkeit und Willigkeit des Pferdes. Auch diese Disziplin findet man erst in den höheren Leistungsklassen.

Showmanship at Halter

Die Pferde werden an der Hand vorgestellt. Bewertet wird das Gesamtbild von Pferd und Vorsteller sowie dessen Erscheinungsbild. Weiter fließt in die Wertung auch Pflegezustand, Sauberkeit und Ausrüstung des Pferdes ein.

Halter

In dieser Prüfung wird ausschließlich das Gebäude und Exterieur des Pferdes beurteilt (wird nur von Zuchtverbänden angeboten).

Cutting

Bei dieser Rinderdisziplin muss der Reiter innerhalb einer vorgeschriebenen Zeit nacheinander mindestens 2 Rinder von der Herde trennen. Die Cuttingpferde zeigen eine besonders athletische Leistung. Das Pferd zeichnet sich in dieser Disziplin besonders durch seinen „cowsense“, d.h. die selbstständige Veranlagung zur Arbeit am Rind aus.

Working Cowhorse

In dieser Disziplin wird zuerst eine Reining vorgestellt, ehe der Reiter ein Rind an der langen Seite mindestens zweimal gegen die Bande wenden und es in der Bahnmitte zu einer Acht treiben muss.



 

 
  Nicole Jeske | Mobil: 0151/157 365 31 | Email:nicole.jeske@nj-westernreiten.de  

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